AfD-Kampagnenwebsite von Trump inspiriert
Im September 2026 finden in Sachsen-Anhalt die Landtagswahlen statt. Für die AfD tritt Ulrich Siegmund als Spitzenkandidat auf. Bei verschiedenen seiner Onlineauftritte verlinkt er prominent auf seine Kampagnenwebsite vision2026.de, welche unverkennbare Designelemente der Website des Weißen Hauses nach Trumps Umgestaltung nachahmt. [Q1][Q2]
Verbindungen zu den Entwicklern oder Strategen der Trump-Regierung lassen sich nicht nachweisen. Die markante visuelle Nähe wirft jedoch die Frage auf, inwieweit hier bewusst Anleihen an der medialen Inszenierung der Trump-Administration genommen wurden.
Der Vergleich
Vor allem vier visuelle Parallelen begründen die auffällige Ähnlichkeit der beiden Online-Auftritte. [Q3][Q4] Beide Seiten nutzen die Open-Source-Schriftart 'Instrument Serif'. Erst in der Kombination mit dem augenscheinlich gleichen Blauton, dem Vektor-Stil des Gebäudes und den Animationen entsteht jedoch das prägnante Gesamterscheinungsbild.
Darüber hinaus weist die Illustration des Regierungsgebäudes einen gleichen Stil auf und die gleiche Positionierung im Layout. In der Navigationsgalerie sind die Umrandung, Textposition und Animation überaus ähnlich.
Links: whitehouse.gov nach Trumps Amtsantritt (Web Archive, Stand: 30. Januar 2025); Rechts: vision2026.de (Bildschirmfoto, Stand: 10. August 2026). Verwendung der Bildschirmfotos im Rahmen des Zitatrechts (§ 51 UrhG) zur visuellen Analyse und Belegführung.
Hintergrund
Während die visuelle Ähnlichkeit und Inspirationsquelle kaum abstreitbar sind, bleiben auf der Website von Ulrich Siegmund einige Designprinzipien der modernen Webästhetik unbeachtet. Für eine direkte Zusammenarbeit mit etwa der gleichen Agentur oder Strategen der Trump-Regierung gibt es keine Anzeichen.
Eine ideologische Orientierung an Trumps medialem Auftreten ist in diesem Kontext eine naheliegende Interpretation, bleibt ohne Belege jedoch spekulativ. Die Neugestaltung der Website des Weißen Hauses unter der Trump-Administration wurde medial intensiv diskutiert und erlangte dadurch hohe visuelle Wiedererkennung. Sollte die visuelle Nähe ohne strategische Absicht (z. B. durch Pragmatismus) entstanden sein, verweist dies zumindest auf eine fehlende Sensibilität für die Symbolik moderner Webästhetik im Wahlkampf.
Was genau dahintersteckt, wurde mit einer Presseanfrage am 12. August 2026 erfragt. Eine Antwort steht aus (Stand 18. August 2026).
Jorit Vásconez Gerlach